Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)

Bei dem Täter-Opfer-Ausgleich handelt es sich um ein außergerichtliches Verfahren. Es ist in § 46a StGB und §§ 155a, 155b StPO niedergeschrieben. Dabei soll zwischen dem Täter und dem Verletzten (siehe Verletzter) eine Regelung über den Umgang mit den Folgen einer Straftat gefunden werden. Der Täter-Opfer-Ausgleich soll bei dem Täter bewirken, dass er das begangene Unrecht einsieht und ihm die Möglichkeit bieten, Verantwortung für seine Tat zu übernehmen. Dem Opfer soll ermöglicht werden, durch die Tat verursachte psychische und eventuell auch materielle Belastungen abzubauen.

Im Zentrum des Täter-Opfer-Ausgleich steht die Kommunikation über die Tat zwischen Täter und Opfer. Das Opfer erhält Gelegenheit den Täter mit seinen Ängsten und Gefühlen sowie den erlittenen Beeinträchtigungen zu konfrontieren. Für den Täter bietet der Täter-Opfer-Ausgleich den Vorteil, sich jenseits einer förmlichen Vernehmungssituation auf ein Gespräch über die Tat einzulassen und sich bei dem Opfer zu entschuldigen.

§ 46a StGB grenzt die Anwendbarkeit des Täter-Opfer-Ausgleichs nicht auf bestimmte, etwa auf leichtere Straftaten ein. Zudem gibt es keinerlei Zwang für Täter oder Opfer, am Täter-Opfer-Ausgleich teilzunehmen. Es gilt das Prinzip der strikten Freiwilligkeit. Entgegen dem Willen des Opfers darf ein Täter-Opfer Ausgleich nicht durchgeführt werden. Lassen sich beide Parteien auf einen Täter-Opfer-Ausgleich ein, so kann das Gericht gemäß § 46a StGB die Strafe des Täters mildern (siehe Strafmilderung), oder, wenn vom Gesetz keine höhere Strafe als eine Freiheitsstrafe (siehe Freiheitsstrafe) bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (siehe Geldstrafe) vorgesehen ist, sogar von der Strafe ganz absehen (siehe Absehen von Strafe).

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