Strafrestaussetzung

Wird eine Freiheitsstrafe (siehe Freiheitsstrafe) vollstreckt, d.h. nicht zur Bewährung ausgesetzt, muss das nicht zwingend bedeuten, dass der Verurteilte die Strafe in ihrer vollen Länger verbüßen muss. Es besteht nämlich nach § 57 StGB die Möglichkeit, dass die Vollstreckung der Strafe nach Verbüßung von zwei Dritteln bzw. nach der Hälfte der Strafzeit einer zeitigen Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Dies muss jedoch im Hinblick auf das Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit verantwortbar sein. Auch bei Tätern, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurden, kann gemäß § 57a StGB nach 15 Jahren eine Strafrestaussetzung in Betracht kommen, sofern nicht die besondere Schwere der Schuld die weitere Vollstreckung gebietet.

Für eine Strafrestaussetzung nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe muss der Täter gemäß § 57 Abs. 1 StGB bereits zwei Drittel der Strafe, jedoch mindestens 2 Monate, verbüßt haben, die Strafrestaussetzung muss unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit verantwortet werden können und der Betroffene muss in die Aussetzung einwilligen.

Auch schon nach der Hälfte der Strafzeit, jedoch mindesten nach Verbüßung von 6 Monaten, kann gemäß § 57 Abs. 2 StGB eine Strafrestaussetzung angeordnet werden, wenn die Voraussetzungen für eine Zweidrittelaussetzung vorliegen und zusätzlich der Täter entweder erstmalig eine Freiheitsstrafe verbüßt oder besondere Umstände vorliegen.

Liegen alle Voraussetzungen des § 57a StGB vor, muss auch der Rest einer lebenslangen Freiheitsstrafe zwingend zur Bewährung ausgesetzt werden.

Wird der Rest der Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, beträgt die Bewährungszeit bei der zeitigen Freiheitsstrafe zwischen 2 und 5 Jahren, bei der lebenslangen Freiheitsstrafe zwingend 5 Jahre. Während der Bewährungszeit können dem Betroffenen genau wie bei der primären Strafaussetzung (siehe Strafaussetzung) z.B. Auflagen und Weisungen erteilt werden. Bei Zuwiderhandlungen kann die Aussetzung des Strafrests unter denselben Voraussetzungen wie bei der primären Strafaussetzung widerrufen werden.

Rechtslexikon

Durchsuchen Sie unser Rechtslexikon nach weiteren Begrifflichkeiten.

Zurück zur Übersicht