Sexueller Missbrauch

Die §§ 174 ff StGB schützen die sexuelle Selbstbestimmung und stellen den sexuellen Missbrauch unter Strafe.

Ein Missbrauch kann dadurch eintreten, dass eine sexuelle Handlung (siehe sexuelle Handlung) an einer anderen Person vorgenommen wird oder der Täter eine solche Handlung von dem Opfer an sich vornehmen lässt und dies gegen den Willen des Opfers geschieht. In einem solchen Fall liegt eine sexuelle Nötigung (siehe sexuelle Nötigung) im Sinne des § 177 StGB vor.

Ein Missbrauch kommt aber auch dann in Betracht, wenn die Handlung scheinbar einvernehmlich durchgeführt wird, wobei das Einvernehmen jedoch dadurch erzielt wird, dass der Täter die fehlende Einwilligungskompetenz des Opfers oder seine Beziehung zu dem Opfer ausnutzt. So sind Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Alters nicht in der Lage die Bedeutung eines Einvernehmens richtig einzuschätzen, sodass der sexuelle Missbrauch von Kindern gemäß § 176 StGB und von Schutzbefohlenen gemäß § 174 StGB generell unter Strafe gestellt ist. §§ 174a –c StGB regeln zudem die Strafbarkeit des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung einer besonderen Stellung. Aufgrund eines existierenden Über-Unterordnungsverhältnisses kann in diesen Situationen keine selbstbestimmte Einwilligung zur Vornahme sexueller Handlungen mehr angenommen werden, sodass auch diese generell strafbar sind, und das auch bei gegenseitiger Zustimmung. So z.B. der sexuelle Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken oder Hilfsbedürftigen in Einrichtungen gemäß § 174a StGB oder der sexuelle Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung gemäß § 174b StGB.

Rechtslexikon

Durchsuchen Sie unser Rechtslexikon nach weiteren Begrifflichkeiten.

Zurück zur Übersicht