Sexuelle Handlungen

Sexuell ist eine Handlung, die das Geschlechtliche im Menschen zum unmittelbaren Gegenstand hat und unter Einsatz des eigenen oder eines fremden Körpers durchgeführt wird.

Zudem ist erforderlich, dass objektiv eine sexuelle Handlung vorliegt, was dann der Fall ist, wenn das äußere Erscheinungsbild für das allgemeine Verständnis die Sexualbezogenheit grundsätzlich erkennen lässt. Handlungen, die zwar einem sexuellen Motiv entspringen, nach außen jedoch völlig neutral sind und keinen Hinweis auf das Geschlechtliche enthalten, sind keine sexuellen Handlungen. Nicht notwendig ist ein subjektives Element, d.h. eine sexuelle Erregung oder wollüstige Absicht muss nicht vorliegen.

Das Gesetz unterscheidet zwischen sexuellen Handlungen an sich selbst, an einem anderen und vor einem anderen. Eine sexuelle Handlung an einem anderen verlangt eine sexuell intendierte körperliche Berührung des anderen. Bei einer sexuellen Handlung vor einem anderen fehlt eine körperliche Berührung, jedoch muss der andere den Vorgang als solchen wahrnehmen.

Die Handlung muss außerdem in Bezug auf das geschützte Rechtsgut, also der sexuellen Selbstbestimmung, eine gewisse Erheblichkeit haben, um als sexuelle Handlung im Sinne des StGB qualifiziert zu werden. Die Grenze muss im Einzelfall bestimmt werden, jedoch sind z.B. der Beischlaf und das Betasten des Intimbereichs als erheblich anzusehen, nicht hingegen übliche Umarmungen.

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