Mord und Totschlag

Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird gemäß § 212 StGB mit Freiheitsstrafe (siehe Freiheitsstrafe) nicht unter fünf Jahren bestraft. In minderschweren Fällen ist nach § 213 StGB die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Totschlag stellt damit die vorsätzliche Tötung eines Menschen unter Strafe.

Geschieht dies auf Verlangen des Getöteten selbst (siehe Tötung auf Verlangen), sieht § 216 StGB eine Strafmilderungsmöglichkeit (siehe Strafmilderung) vor.

Der Mord unterscheidet sich vom Totschlag durch die besondere Verwerflichkeit der Tötung, welche sich aus denen in § 211 Abs. 2 StGB genannten sog. Mordmerkmalen ergibt. Diese lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Die Mordmerkmale der 1. Gruppe umfassen besonders verwerfliche Beweggründe für die Tötung. Solche liegen vor bei einer Tötung aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen. Die Mordmerkmale der 2. Gruppe enthalten Beschreibungen besonders verwerflicher Ausführungsarten der Tötung, nämlich die heimtückische oder grausame Tötung sowie die Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln. Die Mordmerkmale der 3. Gruppe stellen auf die Verwerflichkeit des Ziels der Tötung ab, nämlich die Tötung um eine andere Straftat zu verdecken oder zu ermöglichen.

Mord wird nach § 211 StGB mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet. Hierbei handelt es sich um eine absolute Strafandrohung (sog. Punktstrafe), da die lebenslange Freiheitsstrafe die einzig mögliche Sanktionsform ist und keine Milderungsmöglichkeiten vorgesehen sind. Um dem Rechtsstaatsprinzips und dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz Rechnung zu tragen, sind die Mordmerkmale daher restriktiv, d.h. eng auszulegen.

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