Menschenhandel

Menschenhandel ist nach §§ 232, 233 StGB strafbar. Entgegen dem Wortlaut wird nicht der Handel mit Menschen bestraft, vielmehr werden organisierte Formen der Ausbeutung geahndet, nämlich die sexuelle Ausbeutung und die Ausbeutung der Arbeitskraft.

Nach § 232 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe (siehe Freiheitsstrafe) von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, wer eine andere Person unter Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution (siehe Prostitution) oder dazu bringt, sexuelle Handlungen (siehe sexuelle Handlungen), durch die sie ausgebeutet wird, an oder vor dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen oder von dem Täter oder einem Dritten an sich vornehmen zu lassen. Ebenso wird bestraft, wer eine Person unter 21 Jahren zur Aufnahme oder Fortsetzung von Prostitution oder den genannten sexuellen Handlungen bringt.

§ 232 Abs. 3 und 4 StGB enthalten Qualifikationen, welche mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft werden. Abs. 5 regelt die Bestrafung minder schwerer Fälle.

Nach § 233 Abs. 1 StGB wird ebenfalls mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, wer eine andere Person unter Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, in Sklaverei, Leibeigenschaft oder Schuldknechtschaft oder zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Beschäftigung bei ihm oder einem Dritten zu Arbeitsbedingungen, die in einem auffälligen Missverhältnis zu den Arbeitsbedingungen anderer Arbeitnehmer stehen, welche die gleiche oder eine vergleichbare Tätigkeit ausüben, bringt. Ebenso wird bestraft, wer eine Person unter 21 Jahren in Sklaverei, Leibeigenschaft oder Schuldknechtschaft oder zur Aufnahme oder Fortsetzung einer der genannten Beschäftigungen bringt.

§ 233 Abs. 3 StGB verweist auf § 232 Abs. 3-5 StGB.

Beide Vorschriften setzen also voraus, dass vom Täter eine Zwangslage oder eine Hilflosigkeit, die mit dem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, ausgenutzt wird. Eine Zwangslage ist ein Zustand ernster wirtschaftlicher oder persönlicher Bedrängnis, der die spezifische Gefahr anhaftet, den Widerstand des Opfers herabzusetzen. Hilflosigkeit liegt vor, wenn das Opfer nach seinen persönlichen Fähigkeiten in der konkreten Lage nicht im Stande ist, sich der Ausbeutung zu entziehen.

Wer Menschenhandel fördert, wird nach § 233a StGB bestraft.

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