Körperverletzung

Die Körperverletzung ist eine Straftat gegen die körperliche Unversehrtheit.

§ 223 StGB ist das Grunddelikt der vorsätzlichen (siehe Vorsatz) Körperverletzung. Hiernach wird mit Freiheitsstrafe (siehe Freiheitsstrafe) bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe (siehe Geldstrafe) bestraft, wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt.

Eine körperliche Misshandlung ist jede üble, unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden und die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt, beispielsweise eine Ohrfeige oder ein Faustschlag ins Gesicht. Eine Gesundheitsschädigung ist das Hervorrufen oder Steigern eines krankhaften Zustands, also beispielsweise das Zufügen einer Wunde.

Auch ärztliche Behandlungen erfüllen nach h.M. den Tatbestand der Körperverletzung, selbst dann, wenn der Eingriff nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wurde. In der Regel wird der Eingriff in die körperliche Integrität jedoch von der Einwilligung des Patienten gedeckt sein, sodass eine Strafbarkeit des Arztes aufgrund einer Rechtfertigung ausscheidet. In Fällen, in denen die Einwilligung des Patienten nicht eingeholt werden kann, so z.B. bei Notoperationen an bewusstlosen Unfallopfern, wird in der Regel von einer mutmaßlichen Einwilligung ausgegangen.

In §§ 224, 226 und 227 StGB sind Qualifikationen geregelt. Diese sehen höhere Strafrahmen vor, wenn die Körperverletzung beispielsweise mit einer Waffe oder gemeinsam mit anderen begangen wird (gefährliche Körperverletzung, § 224 StGB) oder das Opfer sehr schwer verletzt wird (schwere Körperverletzung, § 226 StGB). Verursacht der Täter durch die Körperverletzung sogar den Tod des Opfers, so ist nach § 227 StGB die Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.Die Körperverletzung im Amt nach § 340 StGB ein weiterer Qualifikationstatbestand, welcher ein Amtsdelikt (siehe Amtsdelikt) darstellt.

Nach § 229 StGB ist auch die fahrlässige (siehe Fahrlässigkeit) Körperverletzung strafbar. Hier ist das Strafmaß im Vergleich zur vorsätzlichen Körperverletzung geringer, nämlich Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Die Körperverletzung kann durch die üblichen Rechtfertigungsgründe wie z.B. Notwehr (siehe Notwehr) oder Notstand (siehe Notstand) gerechtfertigt sein. Darüber hinaus ist § 228 StGB zu beachten. Hiernach ist eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzen Person nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.

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