Amtsdelikte

Amtsdelikte können nicht von jedermann begangen werden, sondern sie sind Delikte, die ausschließlich von Amtsträgern verwirklicht werden können. Ein Nicht-Amtsträger kann daher niemals der Täter eines Amtsdelikts sein.

Eine Auflistung der Amtsträger findet sich in § 11 Abs. 1 Nr. 2, wozu insbesondere Beamte und Richter zählen.

Es ist zwischen echten und unechten Amtsdelikten zu unterscheiden.

Bei den unechten Amtsdelikten ist die Tat allgemein strafbar, jedoch ist sie mit höherer Strafe bedroht, wenn sie von einem Amtsträger begangen wird. So ist z.B. die Strafvereitelung gemäß § 258 Abs. 1 StGB für jedermann strafbar und ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. Wird eine Strafvereitelung jedoch durch einen Amtsträger begangen, sieht § 258 a Abs. 1 StGB hingegen als Strafe eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vor, eine Geldstrafe kommt nur noch in minderschweren Fällen in Betracht. Somit führt die Amtsträgereigenschaft zu einer Verschärfung der Strafe.

Bei echten Amtsdelikten hingegen handelt es sich um Straftaten, die nur unter Missbrauch der Position des Amtsträgers begangen werden können, so z.B. die Rechtsbeugung gemäß § 339 StGB oder die Falschbeurkundung im Amt nach § 348 StGB.

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